Bielefeld/Hamburg - Der Hamburger SV hat am 3. Bundesligaspieltag gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Martin Jol siegte vor 24.500 Zuschauern in der SchücoArena mit 4:2 (1:2)
gegen Arminia Bielefeld. Die Rothosen gerieten in der 9. Minute durch Katongo und in der 37. Minute durch Wichniarek mit 0:2 in Rückstand. Bastian Reinhardt brachte seine Mannschaft mit seinen
Treffern in der 40. und 50. Minute wieder ins Spiel. Ivica Olic erzielte in der 64. Minute die 3:2-Führung für den HSV. Kapitän David Jarolim stellte mit seinem Tor in der 77. Minute den 4:2-Endstand
her.
HSV-Trainer Martin Jol reiste ohne Tim Atouba nach Bielefeld, dafür war Neuzugang Marcell Jansen mit dabei. Der zweite Neue, Alex Silva, war hingegen noch nicht an Bord, er
weilt noch in Brasilien. Zudem standen Jerome Boateng, Romeo Castelen sowie Maxim Choupo-Moting (alle Aufbautraining) nicht im Kader. Dennoch gingen die Hamburger nach vier Punkten aus den ersten
beiden Spielen guten Mutes in die Partie gegen die Arminia, die ebenfalls nicht in Bestbesetzung antreten konnte. Fernandez (Reha nach Innenbanddehnung), Mijatovic (Meniskusoperation) und Kampantais
(Sprunggelenkprobleme) standen Trainer Frontzeck nicht zur Verfügung.
Wichniarek eiskalt
Das Spiel begann sehr schwungvoll - und zwar in Richtung des Hamburger Tores. Das drückte sich ziemlich schnell auch in Torchancen aus. Bereits in der 5. Minute wurde es
brandgefährlich, als Arminias neuer Angreifer Katongo mit seinem Schuss den Innenpfosten traf. Er war es auch, der nur vier Minuten später zur Stelle war und nach einem Missverständnis zwischen Frank
Rost und Guy Demel einen Wichniarek-Kopfball zur 1:0-Führung einschob (9.). Und es wurde vorerst nicht viel besser. Zwar konnte der HSV mehr und mehr das Heft in die Hand nehmen und sich ein
optisches Übergewicht erarbeiten, doch die richtig klaren Torchancen sprangen dabei nicht heraus.
Im Gegenteil, nach einem Konter mussten die Rothosen gar das 0:2 durch Wichniarek hinnehmen. Der Pole nahm kurz hinter der Mittellinie Fahrt auf, überlief die HSV-Deckung und
schob den Ball eiskalt aus halbrechter Position ins lange Eck (37.). Doch die Mannschaft von Martin Jol ließ nicht nach, sondern schlug postwendend zurück. Joris Mathijsen schlug einen langen Pass in
den Lauf von Demel, der scharf in die Mitte passte, wo Bastian Reinhardt goldrichtig stand und auf 1:2 verkürzte (40.). Mit diesem knappen Rückstand ging es auch in die Pause, da die Arminia in den
letzten Sekunden des ersten Durchgangs zwei weitere gute Gelegenheiten durch Halfar und Schuler nicht nutzen konnte.
Reinhardt zum Zweiten
Der HSV kam mit Schwung aus der Kabine. Bei Guerreros Schuss (47.) aus elf Metern fehlte nur ein Meter und es hätte bereits in den Maschen gezappelt. Das besorgte wiederum Bastian
Reinhardt nur drei Minuten später. Eine Flanke von Trochowski verwertete der Abwehrmann gefühlvoll mit dem Kopf zum 2:2-Ausgleich (50.). Aber auch Bielefeld blieb stets gefährlich. Der agile Halfar
probierte es mit einem Distanzschuss von der Strafraumlinie, der allerdings knapp vorbei ging (55.). Besser machte es erneut die HSV. Guerrero setzte sich ernergisch gegen Kauf durch, passte von der
Grundlinie zurück, Olic hielt sein Schienbein hin: 3:2 in der 64. Minute.
Damit drehten die Rothosen das Spiel innerhalb von nur 24 Minuten. In der 70 Minute stockte allen HSV-Anhängern erneut der Atem. Der gerade eingewechselte Kamper hämmerte leicht
abgefälscht aus 22 Metern an die Latte, den Nachschuss von Katongo parierte Rost im letzten Moment mit den Beinen zur Ecke. Für den 2-Tore-Vorsprung und damit für Erleichterung auf Hamburger Seite
sorgte Kapitän David Jarolim. Der Tscheche schoss von der Strafraumlinie und Bollmann fälschte unhaltbar für seinen Keeper ins eigene Netz zum 4:2 ab (77.). Dabei blieb es bis zum Schluss. Der HSV
kann auf seine tolle Moral vertrauen und drehte einen 0:2-Rückstand verdienter Maßen in einen 4:2-Erfolg.